Aufträge finden
Wie Zimmereien an Bauherren kommen, bevor der Architekt entscheidet
Zimmereien bekommen ihre Aufträge klassisch über Architekten, Bauträger und Empfehlung. Das funktioniert, hat aber zwei Schwächen: es lässt sich nicht steuern, und es hängt an wenigen Personen. Fällt ein Architekt weg, fällt ein großer Teil des Auftragseingangs weg. Der direkte Weg über die Suche ist die einzige Ergänzung, die sich jederzeit hoch- und runterdrehen lässt.
Der Carport ist die Tür, nicht das Ziel
"Carport bauen lassen" ist in fast jedem Gebiet die meistgesuchte Zimmererleistung. Der Auftragswert liegt oft nur im mittleren vierstelligen Bereich, was viele Betriebe dazu verleitet, das Thema zu übergehen. Das ist ein Fehler: ein großer Teil dieser Kunden hat gerade ein Haus gekauft oder gebaut und wird in den folgenden zwei Jahren nach Terrassenüberdachung, Gartenhaus und Dachbodenausbau fragen. Wer den Carport baut, wird gefragt.
Das ändert die Bewertung der Kampagne. Ein Carport-Lead ist nicht 4.000 Euro wert, sondern der Deckungsbeitrag über die gesamte Kundenbeziehung. Betriebe, die das nachhalten, kommen zu einem anderen Ergebnis als solche, die nur den ersten Auftrag rechnen.
Genehmigungsfrei oder nicht: die Frage vor allen anderen
Wer über einen Carport oder eine Überdachung nachdenkt, sucht als erstes, ob er dafür einen Bauantrag braucht. Die Antwort hängt vom Bundesland ab und in einigen Fällen von der Gemeinde. In Hessen regelt das § 63 der Hessischen Bauordnung mit der zugehörigen Anlage, in anderen Ländern gelten andere Grenzen für überdachte Fläche und Grenzabstand.
Für die Kampagne ist das der wichtigste Hebel überhaupt. Eine Anzeige, die "Carport vom Zimmerer" sagt, ist austauschbar. Eine Anzeige, die "Carport inklusive Klärung der Genehmigungsfrage" sagt, greift das auf, was den Nutzer tatsächlich beschäftigt. Der Unterschied in der Klickrate ist erheblich.
Warum Bausatzhändler kein Wettbewerb sind, aber Budget kosten
Ein großer Teil der Klicks auf "carport" landet bei Händlern, die Bausätze zur Selbstmontage verkaufen. Diese Nutzer suchen kein Handwerk, sie suchen ein Produkt. Sie klicken trotzdem auf deine Anzeige, wenn du nichts dagegen tust. Deshalb liegen "bausatz", "selbst aufbauen", "anleitung", "gebraucht" und "kaufen" als Ausschlussbegriffe in jeder Zimmerei-Kampagne.
Holzbau ist ein Förderthema geworden
Holz als Baustoff wird über die Klasse der Effizienzgebäude mit Nachhaltigkeitszertifikat gefördert. Das ist für Bauherren ein Argument und für dich ein Suchbegriff. Wer nach "anbau holzbauweise förderung" oder "holzrahmenbau kosten" sucht, ist deutlich weiter in der Entscheidung als jemand, der "anbau" sucht. Diese Suchen sind selten, aber wertvoll, und sie gehören in eine eigene Anzeigengruppe mit eigenem Gebot.
Der Winter gehört dem Innenausbau
Dachbodenausbau, abgehängte Decken, Trockenbau, Einbauten: das sind Arbeiten im Trockenen, und sie werden im Winter gesucht. Eine Zimmerei, die von November bis Februar nur auf Carport wirbt, wirbt gegen das Wetter. Wir verschieben in dieser Zeit das Budget auf Innenausbau und auf die Angebotsphase für das Frühjahr.
Was eine Anfrage kosten darf
Bei einem Carport mit 1.400 Euro Deckungsbeitrag und 30 Prozent Abschlussquote liegt die Grenze bei rund 420 Euro pro Anfrage. Bei einem Dachstuhl mit 14.000 Euro Deckungsbeitrag und 18 Prozent Abschlussquote bei rund 2.500 Euro. Reale Anfragepreise liegen weit darunter, weil in diesem Gewerk kaum jemand wirbt. Die Zahlen sind Rechenbeispiele, keine Zusage.